N.A. EICHLER - MAINHATTAN-LOGO

M  A  I  N  H  A  T   T   A   N 

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Mainhattan Virtuell

WWW-Server-Skyline


NABEL DES GLOBUS


Die Silhouette der Banken-Hochäuser von Frankfurt kann zwar mit den meisten Hochhauspanoramen der großen Metropolen unseres Planeten nicht ganz mithalten, doch sie hat Frankfurt durchaus nicht zu unrecht 'MiX' - 5.5.2010 als "Mainhattan" in Europa positioniert. Dabei hat sich gerade hinter den Wänden und in den Kellern mancher Türme Frankfurts neue und wahre Größe und Bedeutung entwickelt: Die "Skyline" der DE-Cix-Server des WorldWideWeb in Frankfurt, die inzwischen zum wichtigsten Daten-Umschlagplatz des weltweiten Netzes geworden sind und den bisherigen Hauptknotenpunkt Amsterdam zum Nebenschauplatz degradiert haben. Frankfurt ist zum Daten-Nabel des Internet-Planeten geworden. Derzeit werden hier zu Spitzenzeiten mehr als ein Terabit (1000 Gigabit) Daten übermittelt. Und damit die Kommunikationsströme, die täglich mehr die gesamte planetarische Kultur und Zivilisation lenken und beherrschen, NETZPLANET.DE - Frankfurt/Main das Leben und Denken aller Menschen immer prägender überlagern und dominieren.

Im Jahr 2008 wurden im Internet jeden Tag durchschnittlich vier Exabytes an Informationen erstellt. Das entspricht 100.000 Bibliotheken der Größe der Library of Congress in Washington. Anders betrachtet: 11.500 neue Internet-Seiten pro Sekunde, rund 1 Milliarde täglich, erweitern das anklickbare Kommunikations-Angebot. Nur ein verschwindend geringer Anteil daran stammt von den "klassischen" Informations-Vermittlern wie New York Times, Le monde oder Der Spiegel. Und auch Wikipedia ist nur ein Beiträger von vielen.

Hinzu kommen 1.700.000 Stunden neues Videomaterial täglich. Um die Produktion eines einzigen Tages anzuschauen, bräuchte ein Mensch 194 Jahre. Und 200 Millionen Videos werden weltweit tatsächlich täglich angeschaut.

Jede vierte Reise und jedes zweite Buch werden inzwischen über das Internet-Map (Wikipedia) Internet gekauft. Der Internet-Handel setzt mittlerweile 1,6 Milliarden Dollar jährlich um.

"Messaging-Designer", "Corporate Blogger", "Seeding Spezialist", "Social Media Editor", "Viral Marketing Manager", "Channel Planner" und "Infobroker" sind nur einige von rund 2.000 neuen Berufen, die das Internet pro Jahr hervorbringt. Viele davon halten sich nicht lange. Andere aber bleiben und generieren eine völlig neue Berufswelt.

Internetkriminelle bringen täglich rund zehn Millionen Computer unter ihre Kontrolle - und versenden von dort rund 150 Milliarden unerwünschte Emails. Mindestens 10% davon, schätzt das FBI, stellen zumindest den Versuch dar, ein Verbrechen zu begehen: falsche Gewinnspiele, trügerische Geldanlagen, Spionageprogramme. Das BKA meldet allein für Deutschland im Jahr 2009 bereits 206.909 neue Fälle und registriert einen kontinuierlichen Anstieg.

"MySpace" wächst täglich um 230.000 Mitglieder und ist mittlerweile die Facebook-Face hinter Facebook viertgrößte "Nation" der Erde - mit 260 Millionen "Einwohnern".

Das neuste Glasfaserkabel der japanischen Firma NNT kann 14 Billionen Bytes pro Sekunde senden. Das entspricht 210 Millionen Telefonaten oder 28 Millionen Fotos (9x13). Und innerhalb von 3 Minuten ist jedes Ereignis der Welt an jedem anderen Ort der Welt angekommen und zu besichtigen - Ground Zero ebenso wie die New Oileans-Pest, das Erdbeben in China ebenso wie die neue (arabische) Schönheitskönigin der USA (die mit dem Scary-Movie-Gebiß).

Das alles läuft weltweit zunehmend über Frankfurt, und von hier aus weiter in alle Welt. Und natürlich - besonders für Frankfurt wichtig - werden in Sekundenschnelle alle Börsengeschäfte weltweit über das Internet abgewickelt: alle Warentermingeschäfte, Leerverkäufe, Bonds und Zertifikate, mit denen in ebenso schneller Zeit fiktive Halluzinations-"Mehrwert"-Geldbeträge verbucht werden können, die dann, nachdem sie als abgeschöpfte Gewinne in den Taschen Blick ins Innere des Börsenhändler-Heiligtums von Investoren verschwunden sind, von den hartverdienten Steuergeldern der normalen Bürger mit echtem Geld "realisiert", also bezahlt werden müssen.

Wie beruhigend also, zu wissen, daß neben dem deutschen Banken-Domino und dem europäischen Flugverkehrs-Drehkreuz jetzt auch der größte Internet-Serverknoten der Welt in Frankfurt angesiedelt ist. Und der ist selbst keineswegs virtuell, sondern, wie die beiden anderen Zivilisations-Cluster unserer globalisierten Welt, ganz real und materiell, in den "heiligen Hallen" dieses "Großen Summenden Gottes" (siehe meine Text-Oper "NEUES VOM RAUMSCHIFF ERDE", 3. Gesang) mit Wohnsitz Frankfurt am Main zu finden.

Ihm zu huldigen ist einfach: Online gehen, bis die Drähte glühen. Seine Segnungen allerdings sind polysignifikant. Vor allem aber, und in jeder Hinsicht, virtuell - wie die Zockergewinne des Börsenhandels.

Bis, am Ende, einer sie, und wie auch immer, "realisiert".


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"Hippies' Internet Manifest"


CSNY - LOOKING FORWARD


SEEN ENOUGH

       I lost my innocence
       Over intolerance.
       What's a kid supposed to think,
       When the adults
       Are all such hypocrites,
       Impossibliy smug.

       I have seen enough,
       I have seen enough of this.
       Had enough,
       Quite enough, I swear.

       The next generation
       To the Woodstock Nation,
       A little bit flakey,
       But no hesitation.
       Stop the war!
       It wasn't worth dying for
       The paranoia
       Of the cold warriors,
       Arrogant old men
       With domino theories,
       Fractured fairy-tales
       Tryin' to kill me.

       I have seen enough,
       I have seen enough of this.
       Had enough,
       Quite enough, I swear.

       You got outcast, upset
       People you never met,
       Locked in the basement,
       Hot-wired to the net.
       Isolated,
       Infuriated.
       The punchline to the joke
       Is how they are gonna smoke
       Every last stuck-up snob
       Ever dissed them.
       Look in their eyes,
       How could you miss them.

       Ain't you seen enough ?
       I have seen enough of this.
       I've had quite enough,
       Seen enough.

       We got dead-eyed,
       Dead drunk,
       Dead stupid Cyberpunks.
       Fed-up killer geeks,
       Gigabyte meth freaks.
       Home alone
       In a world of their own,
       Up all night
       In the thick of the fight.
       Fantasy combat
       Veteran psychos,
       Removed from reality
       By silicon diodes.

       Seen enough,
       I have seen enough of this.
       Have you read enough ?
       Son, you don't know nothing about that.

       You got "Powerbook" potentates
       Pointedly obviate
       Every opinion.
       They have about anything,
       Even if
       They don't know shit.
       Stay in the limelight,
       Got your own website,
       Got all the answers.
       Ain't got a lick of sense.
       Practicing psychiatry
       Without a license.

       Ain't you seen enough,
       Had enough of this.
       I have had enough,
       Ain't it bad enough for you yet.

       So you got overfed
       Talking heads
       On television,
       Ignoring the obvious
       With pained expression.
       What's a kid supposed to think,
       When the adults
       Refuse all accountability
       When they fuck up.

       Ain't you seen enough,
       Ain't you had enough of this,
       Goddam tired enough ?
       Have we done enough about this ?
       I have seen enough.


(STEPHEN STILLS, 1999/
CSNY - "Looking Forward")


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Mainhattan von oben

Ackermann ins Fenster schauen


Es ist wieder so weit: Nach sechs Jahren Pause können auch gewöhnliche Frankfurter wie Nicht-Frankfurter endlich wieder einmal höher hinaus und, wenn sie wollen, Ackermann ins Fenster schauen: Beim Frankfurter "Wolkenkratzer-Festival" am 26. und 27. Mai 2010.

Die wichtigsten Bank-Hochhäuser öffnen wieder ihre Aufzugtüren und Treppen, um alle Sightseeing-Seeligen, die unbedingt mal verstehen wollen, aus welcher Perspektive Banker ihre Kunden betrachten und warum sie in ihnen nur melkbare Blattläuse sehen, in deren höchste Etagen aufsteigen und ihren Blick über die Stadt schweifen zu lassen. Und vielleicht auch einen in die "heiligen Hallen" der "virtuellen Bildschirmbörsen" erhaschen (siehe oben).

Als Initiatoren der Veranstaltung grüßen die FAZ, die Hessische Landesbank und Hitradio FFH, bei denen auch die Einzelheiten - wie Besucherpässe und Termine für die einzelnen Banktürme - zu erfragen sind. Und ganz höhenberauschte Abenteuerlustige können ja versuchen, sich an Ackermanns Hubschrauber zu hängen, wenn er vom Dach der Deutschen Bank vor den Besuchermassen zu fliehen versucht...

(Mai 2010)