
M A I N H A T T A N
Hartz IV
Alles für alle
Seit Wochen wird unser gesamtdeutscher Außenvize Westerwillie überall
angefeindet, weil er Hartz IV-Empfängern endlich "Arbeit für alle" verspricht.
Im einzigen wirklich ernstzunehmenden Nachrichtenformat des ZDF, der "heute-Show",
fragt der Moderator unverblümt: "Wer (neben seiner Sender-Kollegin, dem
schwarzgelben Möchtegern-Mänätschervillen-Mitbewohnerweibchen Maybrit Illner mit
dem persönlichen Ossitussi-Materiewohlstands-Nachholbedarf, wie er sich
verkniff, hinzuzufügen) war eigentlich so blöd, den zu wählen ?". Und Hans
Dampf Scholl-Latour bescheinigt ihm in der Programm-Presse (TV Hören und Sehen,
s. rechts) gar, "den falschen Job", dafür keine Ahnung von Geschichte zu haben,
denn "das römische Imperium ist niedergegangen durch den Sittenverfall in den
oberen Schichten, nicht durch den des niederen Volkes", daß man aber den
"Spaßpolitiker" zum Glück im Ausland "noch gar nicht wirklich wahrgenommen hat".
Noch wäre es also nicht zu spät, ihn baldmöglichst wieder loszuwerden - doch
sein mutiger innenpolitisch-arbeitsvermittlungsrechtlicher Vorstoß wird bereits
von vielen Langzeitarbeitslosen, also den Betroffenen selbst,
ganz anders
aufgenommen, und - etwa in Frankfurt (am Main, wohlgemerkt) - mit Begeisterung
gefeiert.
Das Gerücht, Guido bemühe sich im Arbeitsamt Niederursel höchstpersönlich um eine angemessene Zahl von Arbeitsplätzen für die spätrömischen Massen an Bewerbern, lockte viele Jobsuchende vorfreudig und voller Tatendrang zum Ort des Geschehens - doch wie groß war die Enttäuschung, als Guido sich nirgends blicken ließ, und selbst hinter den Mülltonnen des Innenhofs oder unter den davor geparkten Limousinen keine Spur von ihm zu finden war.
So blieb den traurigen, erneut perspektivenlosen Arbeitssuchenden nichts
als die nachdenklich-kontemplative Rückkehr in ihre Sozialwohnungs-"Gefängnisse
ohne Gitter", um sich weiterhin auf unbestimmte Zeit
in Geduld zu üben und auf eine vage, ferne
Zukunft zu freuen, die vielleicht nie erfahrbare Gegenwart werden wird.
Eine Zukunft mit einer Job- und einer Daseinsperspektive, und der damit verbundenen Verheißung, am richtigen Leben dieser Gesellschaft und ihrer Kultur, die sich gerade in Frankfurt mit seinen so üppig bestückten Straßen, verschaufensterten Kaufhäusern und kulinarisch vielfältigen Gastronomien der Innenstadt von ihrer konsumverführerischsten Seite zeigt, endlich wieder teilnehmen zu können. Und für manche nicht wieder, sondern vielleicht zum ersten Mal.
Das MAINHATTAN JOURNAL wünscht allen Betroffenen für die kommenden Jahre die
erforderliche Ausdauer und Geduld und jeden
Optimismus, den man braucht, um seine
Chance auf eine Ausbildung oder eine Tätigkeit, die vielleicht sogar mit
Möglichkeiten eines tatsächlichen Verdienstes verbunden sein könnte, sollte sie
irgendwann einmal gekommen sein, zu erkennen und mit aller angestauten Tatkraft am
Lockenschopf zu packen.
Und natürlich endlich den so sehnlichst erwarteten Besuch von Guido Westerwillie in ihrem Arbeitsamt, das von seinen Mitarbeitern sicher ansprechend mit Fähnchen und Girlanden geschmückt wird, um ihm den erhofft kollaborierend-ergebenen Empfang zu bereiten.

25 years of my life and still
I'm trying to get up that great big hill
Of hope
For a destination.
I realized quickly when I knew I should,
That the world was made up
Of this brotherhood
Of man,
For whatever that means.
So I cry sometimes when I'm lying in bed
To get it all out what's in my head,
Then I start feeling a little peculiar.
So I wake in the morning and I step outside,
I take a deep breath and I get real high,
Then I scream from the top of my lungs:
What's going on ?
And I say hey,
What's going on ?
And I try, oh my God do I try,
I try all the times in this institution.
And I pray, oh my God do I pray,
I pray every single day
For a revolution.
So I wake in the morning and I step outside,
I take a deep breath then I get real high,
Then I scream from the top of my lungs:
What's going on ?
And I say hey:
What's going on ?
4 NON BLONDES, "What's Up ?")
"Überall in der "zivilisierten" Welt hat die Anlage von Objekt-Stocks den komplementären Vorgang der Bildung von Menschen-Stocks nach sich gezogen, das Schlangestehen, die Warterei, die Verkehrs-Stockungen, die Konzentration, das Lager. Das eben ist "Massenproduktion", nicht im Sinne einer massiven Produktion oder einer Produktion zum Gebrauch der Massen, sondern als Produktion der Masse. Die Masse als Endprodukt aller Sozialität, das infolgedessen aller Sozialität ein Ende bereitet, denn diese Masse, von der man uns glauben machen will, daß sie das Soziale ist, ist im Gegenteil der Ort der Implosion des Sozialen. Die Masse ist die immer dichtere Sphäre, in der das ganze Soziale implodieren und sich in einem Prozeß ununterbrochener Simulation verzehren wird."




Betrachtungshöhe - und der Weite des panoramischen, "unembedded" freigeistigen
Horizonts. An meinem lasse ich Sie hier gern immer wieder teilhaben. Ächzen Sie mit
beim distanzierten Blick auf die Blätter unseres Print-Waldes und ihre Spreu, das
Online-Laub im Web. Gänzlich...
oder ungekürzt, aber immer kommentiert
zu lesen sein. Ebenso wie Internet-Analysen, Webworld-Studien und
E-Kommunikations-Betrachtungen der profunderen Art. Unzensiert - und immer...
