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M  A  I  N  H  A  T   T   A   N 

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Hartz IV


Alles für alle



Seit Wochen wird unser gesamtdeutscher Außenvize Westerwillie überall angefeindet, weil er Hartz IV-Empfängern endlich "Arbeit für alle" verspricht. Im einzigen wirklich ernstzunehmenden Nachrichtenformat des ZDF, der "heute-Show", fragt der Moderator unverblümt: "Wer (neben seiner Sender-Kollegin, dem schwarzgelben Möchtegern-Mänätschervillen-Mitbewohnerweibchen Maybrit Illner mit dem persönlichen Ossitussi-Materiewohlstands-Nachholbedarf, wie er sich TV Hören und Sehen Nr. 9/2010 verkniff, hinzuzufügen) war eigentlich so blöd, den zu wählen ?". Und Hans Dampf Scholl-Latour bescheinigt ihm in der Programm-Presse (TV Hören und Sehen, s. rechts) gar, "den falschen Job", dafür keine Ahnung von Geschichte zu haben, denn "das römische Imperium ist niedergegangen durch den Sittenverfall in den oberen Schichten, nicht durch den des niederen Volkes", daß man aber den "Spaßpolitiker" zum Glück im Ausland "noch gar nicht wirklich wahrgenommen hat".

Noch wäre es also nicht zu spät, ihn baldmöglichst wieder loszuwerden - doch sein mutiger innenpolitisch-arbeitsvermittlungsrechtlicher Vorstoß wird bereits von vielen Langzeitarbeitslosen, also den Betroffenen selbst, DER SPIEGEL - 2008 ganz anders aufgenommen, und - etwa in Frankfurt (am Main, wohlgemerkt) - mit Begeisterung gefeiert.

Das Gerücht, Guido bemühe sich im Arbeitsamt Niederursel höchstpersönlich um eine angemessene Zahl von Arbeitsplätzen für die spätrömischen Massen an Bewerbern, lockte viele Jobsuchende vorfreudig und voller Tatendrang zum Ort des Geschehens - doch wie groß war die Enttäuschung, als Guido sich nirgends blicken ließ, und selbst hinter den Mülltonnen des Innenhofs oder unter den davor geparkten Limousinen keine Spur von ihm zu finden war.

So blieb den traurigen, erneut perspektivenlosen Arbeitssuchenden nichts als die nachdenklich-kontemplative Rückkehr in ihre Sozialwohnungs-"Gefängnisse ohne Gitter", um sich weiterhin auf unbestimmte Zeit BÖRSE FANKFURT - 11.8.2009, neoliberal abgeräumt in Geduld zu üben und auf eine vage, ferne Zukunft zu freuen, die vielleicht nie erfahrbare Gegenwart werden wird.

Eine Zukunft mit einer Job- und einer Daseinsperspektive, und der damit verbundenen Verheißung, am richtigen Leben dieser Gesellschaft und ihrer Kultur, die sich gerade in Frankfurt mit seinen so üppig bestückten Straßen, verschaufensterten Kaufhäusern und kulinarisch vielfältigen Gastronomien der Innenstadt von ihrer konsumverführerischsten Seite zeigt, endlich wieder teilnehmen zu können. Und für manche nicht wieder, sondern vielleicht zum ersten Mal.

Das MAINHATTAN JOURNAL wünscht allen Betroffenen für die kommenden Jahre die erforderliche Ausdauer und Geduld und jeden MiX am Mittwoch, 17.3.2010 Optimismus, den man braucht, um seine Chance auf eine Ausbildung oder eine Tätigkeit, die vielleicht sogar mit Möglichkeiten eines tatsächlichen Verdienstes verbunden sein könnte, sollte sie irgendwann einmal gekommen sein, zu erkennen und mit aller angestauten Tatkraft am Lockenschopf zu packen.

Und natürlich endlich den so sehnlichst erwarteten Besuch von Guido Westerwillie in ihrem Arbeitsamt, das von seinen Mitarbeitern sicher ansprechend mit Fähnchen und Girlanden geschmückt wird, um ihm den erhofft kollaborierend-ergebenen Empfang zu bereiten.



(März 2010)


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Agenda 2010


W H A T ' S    U P ?

4 NON BLONDES - WHAT'S UP ?


       25 years of my life and still
       I'm trying to get up that great big hill
       Of hope
       For a destination.

       I realized quickly when I knew I should,
       That the world was made up
       Of this brotherhood
       Of man,
       For whatever that means.

       So I cry sometimes when I'm lying in bed
       To get it all out what's in my head,
       Then I start feeling a little peculiar.
       So I wake in the morning and I step outside,
       I take a deep breath and I get real high,
       Then I scream from the top of my lungs:
       What's going on ?
       And I say hey,
       What's going on ?

       And I try, oh my God do I try,
       I try all the times in this institution.
       And I pray, oh my God do I pray,
       I pray every single day
       For a revolution.

       So I wake in the morning and I step outside,
       I take a deep breath then I get real high,
       Then I scream from the top of my lungs:
       What's going on ?
       And I say hey:
       What's going on ?


(Linda Perry, 1992/
4 NON BLONDES, "What's Up ?")


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N.A. EICHLER - Frankfurt Nights

Massen-Produktion

"Überall in der "zivilisierten" Welt hat die Anlage von Objekt-Stocks den komplementären Vorgang der Bildung von Menschen-Stocks nach sich gezogen, das Schlangestehen, die Warterei, die Verkehrs-Stockungen, die Konzentration, das Lager. Das eben ist "Massenproduktion", nicht im Sinne einer massiven Produktion oder einer Produktion zum Gebrauch der Massen, sondern als Produktion der Masse. Die Masse als Endprodukt aller Sozialität, das infolgedessen aller Sozialität ein Ende bereitet, denn diese Masse, von der man uns glauben machen will, daß sie das Soziale ist, ist im Gegenteil der Ort der Implosion des Sozialen. Die Masse ist die immer dichtere Sphäre, in der das ganze Soziale implodieren und sich in einem Prozeß ununterbrochener Simulation verzehren wird."

(Jean Beaudrillard)